Schweden

Schweden

Stockholm

Die Hauptstadt Schwedens und größte Stadt in Skandinavien ist Stockholm. Weiters ist Stockholm die Residenz des Königspaares, Sitz des schwedischen Parlaments und der schwedischen Regierung, Sitz einer Universität und mehreren Hochschulen.
In der Geschichte der Stadt Stockholm hat sich aufgrund der skandinavischen Landhebung stark verändert. Teile, die heute zum Festland gehören, waren vor einigen hundert Jahren noch Inseln. Die Stadt wird im Osten durch einen Meerbusen der Ostsee mit zahlreichen Buchten, Landzungen sowie etwa 24.000 größeren und kleineren Inseln (Schären) umschlossen. Schärenhof wird dieses Gebiet genannt.
Am Ausfluss des Mälarsees, dem Riddarfjärden, in die Ostsee liegt Stockholm. Der Mälarsee erstreckt sich 120 Kilometer nach Westen ins landesinnere. Slussen, eine Schleuse mitten in Stockholm, trennt das Süßwasser des Mälarsees vom Salzwasser der östlich liegenden Ostsee. Mit Wasser sind etwa 30 Prozent der Stadtfläche bedeckt. Aus Mälaren bezieht Stockholm ihr Trinkwasser. Die hohe Wasserqualität erlaubt es, mitten in der Innenstadt von Stockholm Lachse zu angeln. Über 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind, erstreckt sich die Stadt. Aus Waldregionen besteht ein großer Teil der Stadt. In nord-südliche Richtung zieht sich eine eiszeitliche Kiesmoräne, die vom Ausfluss durchbrochen worden war. Die Inseln im Strom sind Reste dieses Rückens.
Seit dem 1. Januar 2007 gliedert sich Stockholm in 14 Stadtbezirke.

Klima


In der gemäßigten Klimazone befindet sich Stockholm. 6,6 Grad Celsius beträgt die Jahresmitteltemperatur und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt 555 Millimeter.
Der Juli ist mit 17,8 Grad Celsius der wärmste Monat, der kälteste der Februar mit durchschnittlich -3,1 Grad Celsius.
Im Monat August fallen die meisten Niederschläge mit 76 Millimeter, der wenigste Niederschlag fällt im März mit durchschnittlich 26 Millimeter.

Geschichte


Vor Mitte des 13. Jahrhunderts gibt es keine historischen Belege für eine Existenz Stockholms. Jedoch gab es eventuell ältere Verteidigungsanlagen zur Sicherung der Einfahrt in den Mälaren. Eine Besiedlung von Stockholm kann jedoch nicht nachgewiesen werden.
Zum ersten Mal wird der Ort, wo heute Stockholm steht, vom isländischen Dichter und Sagenschreiber Snorre Sturlasson erwähnt.
Erstmals ist in historischen Dokumenten (in der mittelalterlichen Erik-Chronik) von Stockholm im Jahre 1252 die Rede, dort steht, dass der Gründer Stockholms, der Regent Birger Jarl, um das Jahr 1250 eine Festung bauen wollte, um den Mälarsee von Piratenplünderungen zu schützen.
Stockholm entwickelte sich unter der Regierung Birger Magnussons und des Königs Magnus Ladulas in den folgenden Jahrzehnten zu einer wichtigen Handelsstadt, war vor allem durch Verträge mit der Hansestadt Lübeck gefördert wurde. Den schwedischen Überseehandel kontrollierte die Hanse vom 13. bis ins 17. Jahrhundert. Stockholm wurde um 1270 in Dokumenten als Stadt bezeichnet und, obwohl Stockholm nicht wie viele schwedische Städte schon Anfang des 13. Jahrhunderts entstand, wurde es 1289 in einem Dokument als die bevölkerungsreichste Stadt des Königsreiches beschrieben.
Die strategische Lage von Stockholm war der hauptsächliche Grund für die rasche Entwicklung der Stadt. Die Stadt beherrschte die Zufahrt zum Mälaren, der seinerseits eine aufgrund der Landwirtschaft und Eisenherstellung wirtschaftlich wichtige Region erschloss. Auf die Insel Stadsholmen (heute Gamla Stan) war die Ausdehnung der Stadt beschränkt. Die Insel selbst war um ein Drittel kleiner als heute, und die Ströme wesentlich weiter.

Die Kalmarer Union

Stockholm wurde durch die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Stadt zu einem wichtigen Machtfaktor in den Auseinandersetzungen zwischen den dänischen Königen der Kalmarer Union und der nationalen Unabhängigkeitsbewegung im 15. Jahrhundert.
In Stockholm kam es am 8. November 1520 im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten zu einer Massenhinrichtung von Oppositionellen am Stortorget (mehr als 80 Adlige wurden hingerichtet), dem Stockholmer Blutbad. Der junge Adlige Gustav Eriksson konnte entkommen, hatte gegen Ende des Jahres eine Armee zusammengestellt und konnte Christian II. vertreiben. Unter dem Namen Gustav Vasa wurde er am 6. Juni 1523, dem heutigen schwedischen Nationalfeiertag, zum König gewählt.

Das 18. Jahrhundert


Stockholm wurde in den Jahren 1713 bis 1714 von der Pest heimgesucht. Nach dem Ende des Großen Nordischen Krieges und den damit verbundenen Gebietsverlusten im Jahre 1721 stagnierte die Stadt. Die wirtschaftliche Erholung ging nur sehr langsam vor sich und die Bevölkerung wuchs kaum mehr. Trotzdem behielt Stockholm seine Rolle als politisches Zentrum des Landes und unter Gustav III. entwickelte es sich auch zum kulturellen Zentrum. Architektonischer Ausdruck dieser Epoche sind das Stockholmer Schloss und die Königliche Oper.

Kultur


Eine Reihe von Theatern, darunter die Königliche Oper (Kungliga Operan), dasKönigliche Dramatische Theater und das Stockholmer Stadttheater sowie Privattheater wie die Volksoper, das Moderne Tanztheater, das China-, Göta Lejon-, Mosebacke-, Oscar-Tehater und viele andere Bühnen, findet man in Stockholm.
Man findet unter den zahlreichen Museen in Stockholm, zum Beispiel das Architekturmuseum, das Biologische Museum, das Ethnografische Museum, das Historische Museum, das Marinehistorische Museum, das Museum für Moderne Kunst, das Nationalmuseum, das Naturhistorische Reichsmuseum, das Technische Museum, das Vasamuseum und andere. Im Mittelaltermuseum, im Stockholmer Stadtmuseum und im Stockholmer Länsmuseum wird die Geschichte und Gegenwart Stockholms pädagogisch aufbereitet. Mehrere Museen zur Geschichte der Könige befinden sich im Stockholmer Schloss.

Sehenswürdigkeiten
 

Von der besonderen Lage der Stadt an den ufern des von Westen nach Osten verlaufenden Ausflusses des Mälaren, dem in nordsüdlicher Richtung verlaufenden Höhenrücken der Gletschermoräne und der zentralen Stadtinseln mitten im Strom, sind das Stockholmer Stadtbild und seine Architektur geprägt.

Stadsholmen/Gamla Stan


Auf der Stadtinsel weist die Altstadt noch immer das mittelalterliche Straßennetz mit den von Nord nach Süd über die Insel verlaufenden Straßen und schmalen, zum Wasser abfallenden Gässchen auf. Die deutsche Kirche befindet sich mittendrin. Im Norden der Inseln machen die Paläste der Großmachtszeit wie das Ritterhaus und das Bondesche Palais im Norden zum Wasser hin gelegen, das Oxenstiernasche Palais und das Tessinsche Palais in der Nähe der Storkyrkan, dem Stockholmer Dom und natürlich das Königliche Schloss, dessen mittlere Achse auf die Norrhro weist, die die Altstadt über die Insel Helgeandsholmen mit Norrmalm, dem nördlichen Ufer, verbindet. Die Altstadt ist zum größten Teil autofrei.

Helgeandsholmen und Riddarholmen
 

Nur zwei Institutionen, das Mittelaltermuseum und das Reichstagsgebäude, Sitz des schwedischen Reichstags beherbergt die Insel Helgeandsholmen.
Eine stille Ecke mitten in der Stadt ist die Insel Riddarholmen im Westen der Stadtinsel. Heute ist sie Justizzentrum des Landes, Sitz insbesondere des Regeringsrätt. Verschiedene Gerichte befinden sich im Wrangelschen Palais und den anderen Gebäuden. Daneben befindet sich auch die Riddarholmskirche, Grabkirche vieler schwedischer Könige.

Norrmalm


Über Helgeandsholmen blickt man vom königlichen Schloss aus hinweg auf Norrmalm und sieht Rosenbad, den Regierungssitz der schwedischen Regierung, das Sagersche Haus, die Dienstwohnung des Premierministers, das Palais des Erbfürsten, heute Außenministerium und die Oper mit dem berühmten Restaurant Operakällaren.
Dahinter findet man die Innenstadt – das moderne Stockholm, das in den 1950er bis 1970er Jahren entstand, nachdem man über 400 Gebäude des Viertels Klara abgerissen und durch ein nach damaligem Geschmack modernes Zentrum ersetzt hatte. Es wurden achtzehnstöckige Gebäude errichtet, in der Mitte wurde der Sergels Torg (Sergelsplatz) als Symbol des modernen Wohlfahrtsstaates auf zwei Ebenen errichtet. Das Stockholmer Kulturhaus mit dem Stadttheater befindet sich an seiner Seite. Eine moderne Einkaufsstraße mit modernen Kaufhäusern ist die Drottninggatan.

Östermalm


Östermalm erstreckt sich östlich von Norrmalm, geprägt vom rechtwinkeligen Straßennetz der schwedischen Großmachtszeit. Vor allem die Wasserfront, der Strandvägen, war und ist Stockholms repräsentativste Adresse, was die Gründerzeithäuser in historistischem Stil zeigen. Der sternförmige Karlaplan, der Östermalms torg mit der Markthalle und die Hedvig-Eleonora-Kirche liegen in Östermalm.

Djurgarden
 

Auf die Halbinsel Djurgarden führt der Narvavägen über die Djurgardsbrücke. Auch heute noch ist Djurgarden vorwiegend ein Naturpark und Ausflugs- und Erholungsgebiet für die Stockholmer. Entlang dem Djurgardsvägen kommt man über die Brücke zu einer Reihe von Museen, wie zum Beispiel dem Vasamuseum, dem Nordischen Museum, Thielska galleriet und Lilievalchs Kunsthalle. In der Nähe des Hasselbacken befindet sich der Haupteingang zu Schwedens erstem und größtem Freilichtmuseum Skansen.
Teil des Ökoparks ist Djurgarden, es handelt sich hierbei um den ersten Nationalstadtpark der Welt, der 1994 ins Leben gerufen wurde.
Blasieholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen
Blasieholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen liegen zwischen der Stadtinsel und Djurgarden. Das pompöse Grand Hotel befindet sich aus Blasieholmen, dessen hauptfassade zur Stadtinsel weist und das schwedische Nationalmuseum, Skeppsholmen und dessen Anhängsel Kastellholmen beherbergten früher Einrichtungen der Kriegsmarine, die im 20. Jahrhundert von Museen (beispielsweise Ostasiatisches Museum, Modernes Museum, Architekturmuseum) übernommen worden ist.

Kungsholmen


Den östlichen Spitz der Insel Kungsholmen mit dem Stockholmer Rathaus, in dessen Baluer Halle alljählrich das Nobelfest stattfindet – das Bankett zu Ehren des Nobelpreisträger im Anschluss an die feierliche Verleihung der Nobelpreise im Konzerthaus, sieht man, wenn man sich auf der Stadtinsel nach Nordwesten wendet.

Södermalm


Slussen befindet sich am südlichen Ende der Stadtinsel, die Schleuse, über dieman mit dem Boot vom Mälaren in die Ostsee kommt. Stadsholmen mit der Insel Södermalm verbindet Slussen, die sich hier über 50 Meter aus dem Wasser erhebt. Mit dem 38 Meter hohen Katarinahissen kommt man von Slussen zum Mosebacke torg, an dem sich zwei Theater befinden. In der Nähe liegt die Katarinakirche, ein Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert.