Schweden

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Nationalpark Sarek

Ein Nationalpark im schwedischen Teil Lapplands ist der Sarek Nationalpark. Früher galt dieser Nationalpark als „letzte Wildnis Europas“, was angesichts Tausender Besucher und gut begehbaren Pfade heute nicht mehr der Fall ist. Der Sarek Nationalpark ist zusammen mit den Nationalparks und Naturreservaten Muddus, Stubba, Sjaunja, Stora Sjöfallet, Padjelanta und Tjuolda ein Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Der Nationalpark Sarek ist Teil der von den Samen genutzten Rentierzuchtgebieten in Lappland. In den östlich des Sarek gelegenen Waldlandschaften hielt man sich im Winter auf, während man im Sommer mit den Rentierherden durch die Täler des heutigen Nationalparks nach Westen auf die Hochebene des Padjelanta (oberes Land) zog. Im Sarek führten die von den Samen benutzten Wege durch das Njoatosvagge, das Guhkesvagge, das Ruothesvagge und Guohpervagge. Wegen seiner schweren Zugänglichkeit war das Rapadal nicht geeignet. Auf dem  Gebiet des Sarek Nationalparks befinden sich noch heute einzelne Rentierwächterhütten, die aber heute keine Verwendung mehr im Zusammenhang mit der Rentierhaltung finden.
Der Sarek Nationalpark wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Geografen Axel Hamberg (1863 – 1933) systematisch erforscht. Diesem Herrn ist es auch zu verdanken, dass der Sakre im Jahre 1909 zum Nationalpark erklärt wurde. Durch diese Maßnahme wurde die unberührte Nordlandschaft vor den Ausbeutungsbestrebungen der schwedischen Wasserkraftwerksgesellschaft gerettet. Viele der Flüsse in Norrland wurden schon vorher von der Wasserkraftwerksgesellschaft reguliert und aufgestaut. Der Geograf Axel Hamberg verbrachte 37 Jahre lang jeden Sommer im Sarek Nationalpark und erforschte die klimatischen und geologischen Verhältnisse sowie die Flora. Blechhütten, die er entwickelte, ließ er an fünf verschiedenen Standorten aufstellen, um hier Beobachtungs- und Forschungsstationen einzurichten. Noch heute stehen einige der Blechhütten an ihren ursprünglichen Standorten (eine befindet sich nahe dem Rapaälv, östlich des Nammás). Im gebirgsbotanischen Garten in Jokkmokk wurde eine dieser Hütten aufgestellt und kann dort besichtigt werden. Auch den ersten touristischen Wanderführer über den Sarek Nationalpark schrieb Axel Hamberg, der im Jahre 1922 von Svenska Turistföreningen herausgegeben wurde. Der Sarek Nationalpark wurde in neuerer Zeit vor allem vom Geometer Claes Grundsten erforscht und in Wanderführern beschrieben.
In etwa kreisförmig ist die Ausdehnung des Nationalparks und hat einen Durchmesser von etwa 50 Kilometer. Aus tief eingeschnittenen Tälern, einigen Hochebenen und schroffen Gebirgsmassiven und Gletschern besteht die abwechslungsreiche Landschaft des Sarek Nationalparks. Die Ähpargruppe, der Sarektjähkkä, der Älkatj und der Routes, Parte und Skarki gehören zu den wichtigsten Gebirgen. Im unteren Teil sind die Täler mit Birkenwäldern bewachsen. Der Bjerikjávre ist einer der schönsten Gletscherseen im Sarek Nationalpark. Die Flüsse des Sarek fließen von Westen nach Osten und bilden die Quellflüsse des Luleälv, der bei Lulea ins Meer fließt.
Es gibt im Park keine Unterkünfte, keine markierten Wege und nur wenige Brücken im Zentrum des Parks, so über den Gletscherfluss Guhkesvákkjähka und bei Skarja über den Smájllájähkä (insgesamt gibt es vier Brücken). Der Sarek Nationalpark ist das regenreichste Gebiet Schwedens, worauf man bei Wanderungen eingestellt sein muss. Im Sommer besteht die größte Gefahr im Durchwaten reißender Bäche. Die höchsten Berge sind um 2000 Meter hoch und werden wegen des langen Anmarsches selten bestiegen.
Das berühmte Flusstal des Rapaälv liegt ebenfalls im Sarek. Außerhalb der Nationalparkgrenze liegt das Delta des Flusses, ist aber eine der schönsten Natursehenswürdigkeiten Europas. Allerdings gibt es schon seit langem Bestrebungen, den Nationalpark um dieses Gebiet zu erweitern.
Die Raubtiere Bär, Vielfraß, Luchs und Fuchs leben im Sarek Nationalpark.
Schwer zugänglich ist der Sarek Nationalpark. Gällivare, Jokkmokk und Kvikkjokk sind Ausgangsorte für Wanderungen mit Bahn- und Busverbindungen. Von Muriek geht eine weitere Busverbindung aus. Muriek erreicht man mit dem Nachtzug von Stockholm in 18 Stunden. Den Südostzipfel des Parks erreicht man mit dem Fernwanderweg Kungsleden. Leichter voran kommt man im Spätwinter (März – April), da viele Gewässer zugefroren sind. Andererseits ist das Gepäck umfangreicher als im Sommer.