Schweden

Schweden

Göteborg

Eine Großstadt in der schwedischen Provinz Västra Götalands län und den historischen Provinz Västergötland un Bohuslän ist Göteborg.
Nach Stockholm ist Göteborg die zweitgrößte Stadt Schwedens. In 21 Stadtbezirke gliedert sich die Stadt mit der umliegenden Gemeinde. Derzeit leben im Großraum Göteborg 879.298 Menschen.
Göteborg weist im Vergleich zu Stockholm eine klimatisch günstigere Lage auf und bietet mit einem eisfreien Seehafen einen bedeutenden Wirtschaftsvorteil (Schwerindustrie und Fährschifffahrt)
An der Westküste Schwedens liegt die Universitätsstadt Göteborg, beidseits des Flusses Göta Älv, der dort in das Kattegat mündet. Auf der Insel Hisingen, der viertgrößten und bevölkerungsreichsten Inseln Schwedens, liegen die Stadtteile, die sich nördlich des Flusses befindet. Nördlich des Göteborger Hafens befinden sich außerdem die Inseln Tjörn und Orust.

Geschichte


An der Stelle des heutigen Göteborg wohnten über mehrere tausend Jahre hinweg Menschen. Eine richtige Belagerung am Ausfluss des Göta älvs fand im Steinzeitalter statt, im heutigen Stadtteil Sanna.
Die Bewohner flüchteten um 1100 etwa 40 Kilometer weit flussaufwärts, wegen der häufigen Plünderungen durch Seefahrer. Dadurch entstand Gamla Lödöse – Göteborgs älteste Vorgängersiedlung. Die Festung Älvsborg war ein anderer Vorläufer Göteborgs.
Zu dieser Zeit war das Delta des Göta älv einziger Zugang zum Atlantik. Der Atlantikhafen hatte für Schweden, durch die Vormachtstellung Dänemarks, eine besondere Bedeutung.

18. Jahrhundert


Die Wirtschaft war im 18. Jahrhundert durch Fischerei und den Hafen geprägt. Von hier aus wurden schon damals größere mengen Eisen- und Holzwaren ausgeführt. Die Schwedische Ostindien-Kompanie wurde im Jahre 1731 gegründet, wodurch der Handel (China und Ferner Osten) deutlich beflügelt. Dadurch wurde die Bedeutung Göteborgs als Warenumschlagsplatz weiter angehoben. Göteborg wurde zum Zentrum für den Handel mit China und dem übrigen Fernen Osten. Zahlreiche Schiffe verkehrten zwischen 1731 und 1806 nach Bombay und Guangzhou, was enorm zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt beitrug.
Auch die Verbindungen zu Großbritannien wuchsen während des 18. Jahrhunderts. Als Napoleon gegen Großbritannien mit der wirtschaftlichen Blockademaßnahme der Kontinentalsperre vorging, wurde der Handel mit Schweden und in erster Linie mit Göteborg für die Briten sehr wichtig. Dieser intensive Handel, der auch die Industrialisierung Göteborgs weiter voranbrachte, prägte die Stadt so sehr, dass sie den Spitznamen „Lilla London“ (Klein-London) bekam. Es waren vor allem die Tabak-, Manfaktur- und Zuckerindustrie, die in dieser Zeit den Handel in Göteborg bestimmten.

20. Jahrhundert


Der Hafen Göteborgs entwickelte sich im 20. Jahrhundert zum größten Exporthafen Nordeuropas. Auch die neu gegründeten international ausgerichteten Industrieunternehmen der Stadt trugen dazu bei.
Jedoch kam die stärkste wirtschaftliche Kraft durch die Textilindustrie, von dem Unternehmen Gamlestadens FAbrikers AB, welches im Jahr 1900 über 1000 Angestellte hatte.
Bis in die 1970er Jahre waren Göteborgs Werften ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor der Stadt. Dann kam es jedoch zu schwerwiegenden industriellen Umwälzungen, von denen besonders die Werften betroffen waren. Die Werften konnten sich in der sogenannten Werftenkrise nicht mehr gegen die internationale Konkurrenz wirtschaftlich behaupten, so dass der Schiffbau in Göteborg aufgegeben wurde. Die großen Werften mussten schließen bzw. beschränkten sich auf die Instandhaltung von Schiffen.
Göteborg entwickelte sich seit dem Ende des 20. Jahrhunderts zu einem Ort für sportliche wie politische Großereignisse. Die Stadt war im Jahre 1995 Austragungsort des Leichtathletik-Weltmeisterschaft, und im Jahr 2006 fanden hier die Leichtathletik-Europameisterschaften statt.

Sehenswürdigkeiten


Heute ist Göteborg ein kulturelles Zentrum mit Großstadtatmosphäre. Als Relikt der ursprünglichen Festungsanlage befinden sich im Zentrum zahlreiche kleine befahrbare Kanäle und alte Bauwerke. Die markanten blauen Straßenbahnen sieht man überall.
Am besten bewegt man sich als Tourist zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch die Stadt, insbesondere rund um den Järntorget im Westen der Innenstadt. Allerdings ist Göteborg in erster Linie durch seine lebendige und vielfältige Kaffeehauskultur bekannt. Im alten Viertel Haga findet man zahlreiche Möglichkeiten diese zu erleben. Das Vasa-Viertel zeigt ein großbürgerliches Ambiente, das an die Wiener Ringstraßenbauten erinnern.
Gustav Adols Torg befindet sich im Zentrum mit einem Denkmal des Stadtgründers und sehenswerten Gebäuden. Das älteste erhaltene Gebäude der Stadt ist das Kronhuset. Es wurde Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut.

Bildung


Zwei Universitäten hat Göteborg. Die im Jahre 1891 gegründete staatliche Universität Göteborg sowie die von einer Stiftung getragene Technische Hochschule Chalmers, die im Jahre 1829 gegründet wurde, sind diese beiden Universitäten.
Eine der größten Hochschulen Skandinaviens ist die Universität Göteborgs. Zu ihr gehören unter anderem eine Wirtschaftshochschule und eine Kunsthochschule namens Valand.

Kultur


Seit einigen Jahren haben die Göteborger Syphoniker den offiziellen Titel „Nationalorchester Schwedens“. Unter ihrem langjährigen Chefdirigenten Neeme Järvi machten die Symphoniker zahlreiche international anerkannte Aufnahmen vor allem skandinavischer Musik.
Das Göteborger Opernhaus wurde im Jahre 1994 eingeweiht. Es hat eigene Opern-, Ballett- und Musicalensembles.